Ausstellungen
ELEUTHERIA INSIDE
5.11.2009- 4.12.2009
Michael Magg (*1987)
Der Künstler ist Student der Judaistik und Kunstgeschichte und lebt seit 2007 in Berlin.
„Eleutheria Inside“ bezieht sich auf den Begriff der „Eleutheria“, [ελεύθερος (eleutheros), gr.“Freiheit“]. Eleutheria wurde und wird durch die Zeustochter Artemis Kynthia, dem griechischen Pendant der römischen Diana, Göttin der Jagd und des Waldes personifiziert. „Inside“ impliziert eine Inversion des Begriffes aufs Innere, Psychologische.
Die ausgestellten Werke beziehen sich in ihrer inhaltlichen Thematik auf den groben Überbegriff dieser Willensfreiheit. Gemein ist den Werken neben z.T. klar graphisch umrissenen Strukturen eine inhatliche Auseinandersetzung mit Zwängen, Sehnsüchten und Grundbedürfnissen und der Verinnerlichung selbiger. Der Schaffensprozess der Bilder, geprägt durch Akribie und breitgefächerte Quellen- und Querverweise steht in Einklang zur Detailhaftigkeit, die beim Betrachter evoziert werden soll und steht in der obsessiven Formsuche analog zur inhaltichen Freiheitssuche. Selbst die visuelle Analyse der Werke erfährt so Resonanz gleichzeitig in der Künstler- wie in der Betrachterperspektive.
Durch die Vielschichtigkeit der Deutung der Werke wird bewusst ein weitgefächertes Spektrum an Interpretationen provoziert, das die persönlich gedankliche Subjektivität der Betrachterperspektive mit einbindet.
Die klar plakative Wirkung der Serie „Essential needs“ beinhaltet neben der Pragrammatik von selektiv essentiellen Grundbedürfnissen in Form von schablonenartigen Emblemen im Hintergrund Portraits, deren Beziehung und Kontext zur jeweiligen Programmatik nicht narrativ aber emotional vom Betrachter Klärung fordert. Unklarheit wird erst hervorgerufen, insofern die Bedeutung der Muster versucht wird, in Einklang zur Position und zum Ausdruck der dargestellten Personen zu bringen. Diese Kombinationen fordern zu Empathie auf und sollen dabei diverse Deutungen zwischen Vorder- und Hintergrund, zwischen Ein- und Ausblicken , zwischen Physiognomie und Empfindung erlauben und fordern.
Die ausgestellten Collagen stellen Bühnen dar auf denen sich unterschiedliche Szenarien abhandeln.
Gemein ist ihnen die Grundlage von Reisefotografien, die der Diversität der Szenen eine stringente Homogenität verleiht. Grundlegend stellen die Collagen Formen neuer Vanitas zur Schau, die jedoch auch hier hinterfragt werden darf und soll. Die Mischung aus Hochglanz- und alter Reisefotografie als Ausgangsmaterial schafft hier einen Reiz, der von optischen in inhaltliche Fragen überleiten soll.
Visuelle Stimmigkeit soll so wieder in Einzelteile zerlegt werden und die Personen- und Situationsgegebenheiten in ihrer optischen Gestalt splitten.
Die Vanitas als Sinn- und Erfüllungssuche erhält somit einen optischen Rahmen, der durch die Teilung der Einzelnen Glieder dekonstruiert wird.
Durch Gruppenhängung wird hierbei Opulenz im Detail und Masse kombiniert.
Daneben ausgestellt sind zwei frontale Großformatportraits in Bleistift mit Stoff bzw. Papierhintergründen. Die Großformate sollen optisch und inhaltlich ein Brückenglied zwischen den gezeichneten Portraits und den collagierten Bühnen einnehmen.
Der Ausdruck der beiden Werke ist hierbei wesentlich eindringlicher von Zwanghaftigkeit geprägt.
Inhaltlich und physiognomisch klar zwangbehaftet und von Unbehagen geprägt sollen hier die Grenzen zwischen optischem Reiz und Deutung verschwimmen.
Der Grund für die Umruhr kann thematisch im abgesetzen Hintergrund oder aber auch in der Mimik und Körperhaltung gesucht werden. Ob hierbei die attributiven Materialien ( Stoff, Papier, Quittungen) oder die Form (Kreuzmuster, Überlagerung) der Hintergründe Interpretationshilfe bietet bleibt subjektiv.
Kontextualität, Expressivität, Körperlichkeit und Emotionalität vereinen sich auf engem Raum und suchen so nach erlösender Klärung, einem Bedürfnis, das durch den Gedanken der Grenzenlosigkeit und Sehnsucht raumsprengend auf den Betrachter übergehen soll.
Berlin im November 2009/ Begleittext zu „Eleutheria Inside“/ Almstadtstraße 43, 10119 Berlin /06.11.2009- 04.12.2009
ELEUTHERIA INSIDE
5.11.2009- 4.12.2009
Michael Magg (*1987)
The artist is student of judaism and history of art and lives in Berlin since 2007
„Eleutheria Inside“ relates to the term „ Eleutheria“ [ελεύθερος (eleutheros), gr.“freedom“].
Eleutheria is personified through the face of the doughter of Zeus, Artmeis Kynthia, the greek pendant to the roman goddess Diana, goddess of haunt and forests. „ Inside“ implifies an inversion of the term itself towards inner structures and psychology.
The exhibited works relate to the vage main term of freedomof willingness in their content.
Besides clearly graphical structures they have an inner conflict with constraints, desires and essential needs and an inversion of those in common.
The Process of creating was coined by acriby and wide references of sources and roconsiles with the details which need to be evoced within the viewer. This obsessive search for structure stands in analogy towards the content of the search for freedom. Even visual analysis experiences resonance within the perspective of the artist and the viewer.
The variety of interpreations of the work provoces consciously a wide spectrum and combines the personal and subjective quality of the perspective of a viewer.
The clear visual shape of the series „Essential needs“ contents portraits besides a programme of selected essential human needs, that are created by patternalike emblemes. The relation and context of those towards the concerning programme ist not speaking for itself but forces the viewer to get in clear order emotionally. Confusion becomes only then obvious if the meaning of the patterns will be shifted into harmony to position and expression of the portraied persons.
Those combinations request empathy and allow various interpretations inbetween fore- and background , between insights and outlooks and between physiognomy and sensibility.
The exhibited collages are visual stages which treat different scenarios.
They all have a basis of old travelphotography in common, which lend homogenity to the diversity of scenes.
Basically the collages show new forms of vanity, which can and should be questioned. The mixture of highly stylized modern photographies and old travelling photos causes appeal which is supposed to transfer from optical to contential questions.
Visual harmony has to be deconstructed by that and split constellations of persons and situations.
Vanity as a desire and search for enlightenment gets an optical frame which gets separeted by the division of the single links.
The hanging in groups combines mass of details and mass itself.
Besides those there are two big drawings in pencil with backgrounds of fabric respectively paper exhibitet. Those two formats present a bridgelimb between drawed portraits and collages.
The expression of both of the drawings is clearly more direct in showing inner constraints. By this inner and physiognomic forcedness, borders between optical appeal and interpretaion shall blur.
The reason for this disturbances can be discovered in the thematically differented background or even within the gestures and body language. Its up to the viewer if he uses the attributive materials such as bills, fabric and paper or the form such as crossings and overlappings as help for interpretation.
Contextuality, expression, physicality and emotionality are all densly united on low space and are questioning for clearity, a need, which should cross spaces inbetween artwork and viewer by the thoughts of infinity and desire.
Berlin im November 2009/ Begleittext zu „Eleutheria Inside“/ Almstadtstraße 43, 10119 Berlin /06.11.2009- 04.12.2009
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